Mrz 10

logo_movies.png Das neue Zuhause für Cineasten wie mich: Clerkdogs hat ein neues Ratingsystem für Filme entwickelt, dass über themathische und ästhetische Passung arbeitet statt über schlichte Bestenlisten. Wer Lynch´s Mulholland Drive mag, bekommt maschinell kommentierte (!) Empfehlungen, die zum Beispiel besagen, dass Inland Empire Mullholland Drive ähnlich, aber noch abstrakter ist (was stimmt), dass Lost Highway thematisch vergleichbar ist (stimmt auch) dass in Sunset Boulevard ähnliche Filmthemen verhandelt werden (bingo) oder dass Eyes Wide Shut erotischer ist (das hängt vermutlich davon ab, wie man Masken findet, ist aber nicht ganz abwegig). Ich denke, es ist klar, worum es geht: Die Semantik kehrt zurück in die ätzende drei-von-fünf-Sterne-Filmbesprechnung und DVD-Abende können sich jetzt auf vernünftige Empfehlungen stützen. Gute Arbeit, clerkdogs.


Feb 18

Vor einigen Jahren wurden Stimmen laut, die proklamiert haben, es gäbe in Zukunft nur noch das digitale Fernsehen, TV on demand, jeder schaut seinen privaten Kanal, der nach seinem Geschmack zusammengestückt ist. Pustekuchen. Denkt man dann. Aber es gibt etliche Entwicklungen, was die neue Generation Fernsehen angeht, die man sich einmal anschauen sollte. Kosten tun sie alle nichts.

Variante 1: das Clipfernsehen (YouTube und Söhne) Mit YouTube hat es angefangen, Kommentare dazu erübrigen sich, das kennt wohl jeder. Die Alternativen sind jedoch so visionär wie unbekannt: Viddler mit zeitspezifischen Kommentaren und Videokapiteln, Sevenload und MyVideo mit dem deutschen Videoangebot, veoh! und stage6 bieten auch längere Filme in teilweise herausragender Auflösung. Wer sich mal einen Überblick verschaffen will: TechCrunch hat ein gutes Dutzend Videodienste in einem Vergleich zusammengefasst. Gebündelt wird das Ganze auf Oberflächen wie Miro (ehemals DemocracyPlayer). Die OpenSource-Oberfläche bietet Zugang zu einer ganzen Reihe von Videodiensten, die clever vom eigenen PC aus durchsucht und einzelne Themen abonniert werden können, einzelne Videos werden runtergeladen, organisiert und weitergeleitet. Sinnvoll! bittekunst.de bietet eine Video-Metasuche an, mit der auf einen Schlag eine ganze Reihe Videoclipdienste durchsucht werden können.

Variante 2: ip.tv (Joost und Co.) Es war die größte Erwartungshaltung 2006: Der Napster- und Skype-Erfinder Niklas Zennström erfindet Joost! und zerschlägt damit nach Musik- und Telefonindustrie auch die Fernsehlandschaft. Pustekuchen. Nach großem Tatam gab es schlechte MTV-Clips und langweilige Dokumentationen zu sehen. Das Feld hat sich gewandelt: Joost ist etwas besser geworden, vor allem aber gab es sofort plagiierende Konkurrenten, die ihrerseits mit sinnvolleren Konzepten ankamen: Babelgum mit einem künstlerischen Anspruch (vor allem was die Übertragung von Kurzfilmen angeht, die auf Festivals gelaufen sind) und Zattoo mit aufwändigen Senderpartnerschaften (CNN, Canal24, SF.info, Al Jazeera etc.).

Variante 3: Aufnehmen lassen (onlinetvrecorder)
Leute, das war wirklich Zeit: Angezeigt wird eine Programmzeitschrift mit allen möglichen Sendern. Man klickt auf eine Sendung und die Sendung wird vorgemerkt. Nachdem die Sendung gelaufen ist, kann man sie runterladen. Alles umsonst. Wenn man auf die rund eine Stunde Wartezeit für den Download verzichten will, muss man sich für 25cent pro Sendung einen vorderen Listenplatz erkaufen. Aber das ist wohl verschmerzbar. Danke, onlinetvrecorder.com, so einfach war Fernsehen noch nie. Das Ganze gilt bisher als rechtlich legal, weil nur Sendungen angesehen werden können, die man vorher in Auftrag gegeben hat: Ein Decoder konvertiert die verschlüsselten otrkey-Dateien, die man statt der Sendung bekommt (oder über Dienste wie otrkeyfinder.de, otrkey.com oder otr24.de findet) in abspielbare WMV-Dateien. Das macht der Decoder aber nur dann, wenn man (oder einer von fünf vorher festgelegten Freunden) die Sendung vorher programmiert hat.

Variante 4: Podcasts und VLogs
In der Podcastwelt geht es vor allem um Radio. Aber auch das lohnt sich: Alle Sender haben mittlerweile sehr gute Sendungen als Podcast, das heißt: zum runterladen und später hören. Um sie zu finden, bieten sich spezielle Dienste: podcast.de ist der große der Branche, dopcast und podster sind auch bekannt, aber meiner Ansicht nach unterlegen, für den internationalen Bereich ist odeo zu empfehlen und natürlich das ursprüngliche Podcast-Verzeichnis von Apple, immer noch sehr, sehr gut, der iTunes Store (für den man soweit ich weiß das langsame und sowieso schlecht programmierte iTunes installieren muss). Speziellere Tipps bekommt man bei podix einem Magazin mit kleinen Artikeln zu ausgewählten Podcasts. Und alle Angebote der öffentlich-rechtlichen stehen auf einer speziellen Podcast-Seite der ARD.

Update:

Für Nachrichtensucher habe ich eine besondere Perle gefunden: Auf livestation.com werden die Livestream der wichtigsten Nachrichtensender weltweit superleicht zugänglich: BBC und CBB sind nicht nur in mit lokalen Kanälen, sondern auch mit internationalen und arabischen Kanälen verzeichnet, zusätzlich gibt es Bloomberg, Al Jazeera, Deutsche Welle, United Nations TV oder France24 – die Auswahl ist fundiert und eindrucksvoll. Wer mehr möchte, klickt auf “User added” und findet rund 4000 Fernsehkanäle aus aller Welt, die sich bequem nach differenzierten Genres, Sprache oder Heimatland selektieren lassen.


Jul 25

Irgendwann kann man sich die Sendungen bestellen, das war mal eine große Utopie. Jetzt ist sie verwirklicht und es fällt kaum einem auf. Fast jede Sendung ist mittlerweile online – hier eine Auswahl der Seiten, die Quellen zusammenstellen. Achtung: Manchmal sind die Filme urheberrechtsgeschützt.

blinkx.com hat sich die letzten Monate vom Nobody zur echten Youtube-Konkurrenz hochgespielt. Blinkx findet eine Menge Clips, die es im Netz gibt, so sieht es aus. Noch besser, vor allem für Anspruchsvolles, ist der kaum beachtete Ziehvater von Youtube Google Video Dort finden sich Interviews, Fernsehsendungen, Dokumentationen.
tv.blinkx.com ist eine Zusammenstellung von US-Serien und Kinofilmen im Netz. Oft gehen die Links allerdings auf megavideo.com, die nach 72 Minuten den Datenstrom für eine Stunde abdrehen. Um diese Filme einfacher zu sehen, lohnt sich die Benutzung von hold-tube. Das ist sowieso angenehm, falls man die Videos speichern möchte. Einer Alternative Sammelstelle für Filme ist TheOnlyDevice.
surfthechannel.com und alluc.org sind ein Stück weniger schick, aber die eigentlichen Programmzeitschriften des Internet. Man findet alles, was Leute mal reingestellt haben. OVguide.com durchsucht solche Programmzusammensteller parallel.

Für den Fall, dass man sonst nichts findet.Guckt nicht zuviel fern.


Mai 22

Grade bin ich dabei einen Film zu schneiden und da weiß man es sehr zu schätzen, wenn Programme einem die Wahl zwischen den duzenden Containerformaten und Codecs einfach machen. Programme wie Compressor sind für Profis sicher richtig, aber für den Gelegenheitspostproducer kaum zu überblicken. Hier ist nach langem hin und her meine Favoritenliste für den günstig-guten Filmschnitt am Mac:

VisualHub (ca. 20€)
Wirklich übersichtliches Tool, das außerdem recht schnell ist. Die Einstellmöglichkeiten wie die unterstüzten Formate sind begrenzt. Das ist aber kein Problem, weil für alle Anwendungsfelder von DVD über iTunes bis Flash ein paar wirklich gute Standardkonverter installiert sind. Manko: Die Software kostet Geld. Falls man in mp4-Format konvertieren will, lohnt sich der Klick zu isquint, dem kleinen Bruder von VisualHub. Der konvertiert nur in das ipod und Apple TV-Format, aber zum Beispiel um Filme in iMovie zu bearbeiten reicht das vollkommen.

mpeg streamclip (Freeware)
Solide Software mit wirklich umfangreichen Einstellmöglichkeiten. Kam mit allen Filmen gut klar, die ich konvertiert habe, die Ergebnisse sind in Ordnung. Manko: Die Konvertierung dauert recht lange.

ffmpegx (Freeware)
Eine Sammlung aus über 20 Einzeltools. Im Vergleich eher kompliziert, mit etlichen Filmen von hatte das Programm Probleme. Scheint trotzdem einen Griff wert zu sein, andere Leute kommen damit besser klar.

Ich habe mich nach einigem Überlegen für visualHub entschieden. Wer mal zwei Stunden auf die Fertigstellung eines Streamclip-Jobs gewartet hat, wird mich verstehen können. Die Ergebnisse sind sauber, kann man nichts sagen, und vergleichsweise schnell berechnet. Dank schwachem Dollar kostet die Software in Deutschland rund 18€, das ist schon bei einem mittelgroßen Filmprojekt eine lohnende Investition.

Wer noch andere Ideen hat, schreibe das bitte in die Kommentare.


Feb 08

Bis vor einigen Jahren war es schlicht nicht denkbar: Videobearbeitung online. Viel zu aufwändig die Rechenprozesse, zu groß der Bedarf an Datenaustausch, usw. Seit einigen Monaten ist Videobearbeitung online kein Problem mehr. Die wichtigsten Dienste:

Onetruemedia: der Einfache

Der Dienst Onetruemedia ist eher eine gute Diashow als wirkliche Videobearbeitung, aber dafür zu gebrauchen: Videos, Bilder und Sounds können auf einer Timeline arrangiert werden.

JumpCut: der Solide

Richtige Videobearbeitung fängt bei JumpCut an: Bei von Yahoo aufgekauften Anbieter werden Clips aneinandergebaut, können einzeln modifiziert werden, mit Sound unterlegt und auf Videoplattformen veröffentlicht. Insgesamt wirklich interessant.

EyeSpot: der Soziale

EyeSpot ist Jumpcut ziemlich ähnlich, bietet aber mehr für den sozialen Austausch. Die Idee ist das Mixen und Remixen: Der Zugriff auf bestehende Videos ist denkbar einfach, die Community bietet eine Menge Basismaterial, das für eigene Videos verwendet werden kann, und das eigene Video kann den Remixern freigegeben werden.


Feb 08

Bildbearbeitung ohne festinstallierte Software, komplett kostenlos und an jedem PC der Welt. Seit Ajax ist das Alltag und seit Adobe angekündigt hat, dass deren Profisoftware Adobe Photoshop auch Online verfügbar werden soll, stellt sich die Frage, was man bereits ohne den kommerziellen Riesen im Web machen kann.

1. Bildbearbeitung

Snipshot: der flotte Minimalist

Snipshot bietet sehr intuitiv und flott die Basisanwendungen der Bildbearbeitung: Ausschnitte, Kontrast/Helligkeit/Sättigung (mit guter Automatik). Dann ist aber auch Schluss.

Pixenate: der Ausgewogene

Pixenate hat da etwas mehr zu bieten: Rotieren, graderücken, rote-Augen-Korrektur, Zoom.

Splashup: der Professionelle

Eine ganz andere Ebene eröffnet Splashup: Mehrebenen-Bildbearbeitung mit allen grundlegenden Funktionen. Normale Benutzeroberfläche mit Menüs und Fenstern, Layer-Übersicht und Farbkorrektur. Sauber programmiert. Für richtige Bildbearbeitung!

Bildbearbeitung online: Tipps bei edelbild.de

Edelbild, eine an einem Wochenende entstandene Communityplattform mit Tipps zur digitalen Bildbearbeitung.

2. Bilder direkt aus dem Internet hochladen

Das Hochladen von Bildern macht die Firefox-Erweiterung FotoFox einfacher: Damit wird eine Seitenleiste eingebaut, in die Bilder einfach per Drag&Drop verschoben werden können. Titel etc. können direkt festgelegt werden, eine Anbindung an die Fotoplattformen 23, Flickr, Marela, SmugMog oder Tabblo bringt die Bilder sofort online.

Eine ähnliche Funktion hat auch der SocialBrowser Flock fest integriert: Über das Kontextmenü lassen sich dort Bilder in eine Reihe von Fotodiensten hochladen.


Jan 25

Trotz Youtube, Clipfish und Sevenload gibt es sie noch: Interessante Videoportale der alternativen Ecke. Voilá, hier sind meine drei Favoriten:


Viddler.com : der Innovative
Der technisch beste Player am Markt, finde ich. Der Einzige, der zeitabhängige Kommentare und Tags erlaubt. Sogar Videokommentare! Das heißt: Jeder Nutzer kann das Video kommentieren, direkt im Video. Der Kommentar wird nicht unter dem Video, sondern in der Timeline angezeigt – so dass man sich direkt auf eine bestimmte Stelle des Videos beziehen kann. Clever auch, um Kapitel eines Films einzuteilen (dafür kann man Tags nutzen, die dann per Volltextsuche gefunden werden). Dazu ein sehr cooles Design, Spitzenleistung.


Vimeo.com : der Hübsche
Technisch nicht so super, aber, hey: Was für ein schönes Laoyut. Der Player kommt ganz schnörkellos, einfach ein Videofenster ohne allen Klimbim. Technisch leider nur so lala.

Stage 6
Stage 6 : der Profi
Stage6 ist das Kino für zuhause: Bildschirmfüllende Filme, superschnell und mit herausragender Qualität. Das Archiv lohnt einen Besuch, hier gibt es wirklich eine Menge gute Filme. Und wer selbst in bester Qualität publizieren will, ist hier richtig.


Okt 18

Ein cleveres Bookmarklet, mit dem sich Google als MP3-Suchmaschine nutzen lässt gibt es hier.


Okt 18

Es gibt etliche Tools, alle Freeware, mit denen man jeden Schritt von der .ra-Datei im Netz bis zur fertigen MP3-Datei umsetzen kann. Das ist komplizierter als es sich anhört, aber mit drei Tools machbar:

1. URL rauskriegen
Die Streams werden nicht direkt verlinkt, oft jedenfalls: Der Link fürhrt auf einen Player. Um die tatsächliche Adresse der Audiodatei zu bekommen, braucht man den URLSnooper. Der fängt automatisch alle Real-Player-Adresse ab, die im Datenverkehr versteckt sind.

2. .ra von der Seite grabben
Dafür gut geeignet ist Streambox VCR Suite 2: Ihr könnte mir rechte Maustaste – Paste Adressen aus der Zwischenablage reinkopieren, die dann heruntergeladen werden. .ra-Dateien sind oft sehr klein, weil ziemlich komprimiert. Wunder Euch nicht.

3. .ra in mp3 konvertieren
Dafür nutzt ihr am Besten den free rm to mp3-Konverter. Der erklärt sich selbst.

Und jetzt viel Spaß damit.

[Achtet bitte selbst auf die Urheberrechte der Audiodateien, bevor ihr sie runterladet.]


Jul 04

Audacity: Freier und kostenloser Audio Editor und Aufnahmesoftware
Früher war Tonschnitt eine Domäne sündhaft teurer Programme, dann kam eine Zeit schlechter Shareware-Trial-Umsetzungen und jetzt gibt es Audacity: Eine Software, die so intuitiv ist wie wenige der professionellen Pakete, supersauber im Schnitt, schnell, absturzsicher und vor allem: OpenSource, also kostenlos und frei erweiterbar. Nichts hinzuzufügen. Ausprobieren.